Der Entschluss, Journalist zu werden, stand für mich bereits vor dem Abitur fest. Da ich den damaligen Chefredakteur der Nordsee Zeitung kannte, fragte ich, wie ich das anstellen könne.
„Studiere erst einmal, egal was, aber mach einen Abschluss. Dann bewirbst du dich um eine Volontariat und wirst Redakteur.“ Hörte sich einfach an – damals, Anfang der 80er Jahre.
Und damit hatte ich einen Plan: Ich begann das Studium der Agrarwissenschaften an der Georgia Augusta in Göttingen. Warum nicht Politik und Geschichte? Das machen alle angehenden Journalisten – dachte ich mir. Warum nicht Kunstgeschichte? Dazu fehlte mir das Latinum – und zunächst auch die Lust.

Die Agrarwissenschaften boten ein breites Spektrum. Natürlich Botanik und Biologie, aber auch Agrartechnik, Volkswirtschaftslehre, Mathematik, Mikrobiologie und Agrarsoziologie. Ich ging nach dem Lustprinzip vor und entschied mich im Hauptstudium für Pflanzenproduktion, nicht für Ökonomie, was wahrscheinlich vernünftiger gewesen wäre. Dafür hat mir das Studium enorm viel Spaß gemacht – trotz einiger Rückschläge, die dann aber schnell vergessen waren.
1987 erhielt ich dann mein Abschlusszeugnis als Diplom-Agraringenieur.
Es folgte eine kurze Zeit der freien Mitarbeit bei zwei Tageszeitungen bis ich 1989 mein Volontariat beim Westfalenblatt, Bielefeld, begann. Die eigentlich zwei Jahre dauernde Ausbildung wurde etwas verkürzt, so dass ich Ende September 1989 zum Redakteur ernannt wurde. Ich wechselte dann für eine kurze Zeit auf die andere Seite des Schreibtisches und arbeitete in der Pressestelle eines Industrieunternehmens bei Heidelberg.
1992 begann ich meine Arbeit bei der Neuen Westfälischen, einer der großen Regionalzeitungen mit Verlagssitz in Bielefeld. Ich arbeitete in einigen Ressorts bis ich dann 2002 als Lokalredakteur nach Herford ging, wo ich die Eröffnung des Museums Marta, Museum für moderne Kunst, publizistisch begleiten durfte, und wo der Gründungsdirektor des Marta, der belgische, international renommierte Kurator Jan Hoet, mein Interesse an der modernen Kunst weckte.
Meine publizistische Heimat jedoch fand ich im Jahr 2008, als ich in einer Redaktion in der Nähe von Bielefeld anfing und für die nächsten 18 Jahre die kleine Stadt Oerlinghausen publizistisch begleitete. Und dass ich dort nicht nur über Kommunalpolitik, Wahlen und Kultur berichtete, können Sie hier lesen.
Warum ist dieser Text nun so lang geworden? Weil ich Spaß am Schreiben habe und hoffe, dass auch die Lektüre Spaß macht.