36
Jahre pure Passion
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Nach 36 Jahren als Redakteur bei Tageszeitungen breche ich nun als Freelancer zu neuen Ufern auf.
Der Entschluss, Journalist zu werden, stand für mich bereits vor dem Abitur fest. Da ich den damaligen Chefredakteur der Nordsee Zeitung in Bremerhaven kannte, fragte ich, wie ich das anstellen könne.
„Studiere erst einmal, egal was, aber mach einen Abschluss. Dann bewirbst du dich um ein Volontariat und wirst Redakteur.“ Hörte sich einfach an – damals, Anfang der 80er Jahre. Aber damit hatte ich einen Plan.
Ich begann das Studium der Agrarwissenschaften an der Georgia Augusta in Göttingen. Warum nicht Politik und Geschichte? Das machen alle angehenden Journalisten – dachte ich mir. Warum nicht Kunstgeschichte? Dazu fehlte mir das Latinum – und zunächst auch die Lust.
Die Agrarwissenschaften boten ein breites Spektrum. Natürlich Botanik und Biologie, aber auch Agrartechnik, Volkswirtschaftslehre, Mathematik, Mikrobiologie und Agrarsoziologie. Ich ging nach dem Lustprinzip vor und entschied mich im Hauptstudium für Pflanzenproduktion, nicht für Ökonomie, was wahrscheinlich vernünftiger gewesen wäre. Dafür hat mir das Studium enorm viel Spaß gemacht.
1987 erhielt ich dann mein Abschlusszeugnis als Diplom-Agraringenieur.
Es folgte eine kurze Zeit der freien Mitarbeit bei zwei Tageszeitungen bis ich 1989 mein Volontariat beim Westfalenblatt, Bielefeld, begann. Die eigentlich zwei Jahre dauernde Ausbildung wurde etwas verkürzt, so dass ich Ende September 1990 zum Redakteur ernannt wurde. Ich wechselte dann für eine kurze Zeit auf die andere Seite des Schreibtisches und arbeitete in der Pressestelle eines Industrieunternehmens bei Heidelberg.
1992 begann ich meine Arbeit bei der Neuen Westfälischen, einer der großen Regionalzeitungen mit Verlagssitz in Bielefeld. Ich arbeitete in unterschiedlichen Ressorts bis ich dann 2002 als Lokalredakteur nach Herford ging, wo ich die Eröffnung des Museums Marta, Museum für zeitgenössische Kunst, publizistisch begleiten durfte, und wo der Gründungsdirektor des Marta, der belgische, international renommierte Kurator Jan Hoet, mein Interesse an der modernen Kunst weckte.
Meine publizistische Heimat jedoch fand ich im Jahr 2008, als ich in einer Redaktion in der Nähe von Bielefeld anfing und für die nächsten 18 Jahre die kleine Stadt Oerlinghausen publizistisch betreute. Und dass ich dort nicht nur über Kommunalpolitik, Wahlen und Kultur berichtete, können Sie hier lesen.
Auszeichnungen
2023
Die größte Wertschätzung und Auszeichnung meiner Arbeit erhielt ich im Juni 2023, als mir ein Wächterpreis der Tagespresse zuerkannt wurde.
Diese hohe Anerkennung für investigativen Journalismus bekam ich für meine Berichte über den Kampf einer Mutter aus der Kleinstadt Oerlinghausen gegen das Jugendamt des Kreises Lippe und das Familiengericht Detmold. Der Mutter wurde vom Kreisjugendamt widerrechtlich ihr damals vier Jahre altes Kind weggenommen.
Stand Februar 2026 ist der Fall noch nicht abgeschlossen.
Eine weitere Auszeichnung, den damals erstmalig ausgeschriebenen Medienpreis der Deutschen Diabetes Gesellschaft erhielt im Jahre 2000 für eine Schwerpunktseite in der Neuen Westfälischen zum Thema „Diabetes und Kinder“, auf der ich die Schwierigkeiten, aber auch die Möglichkeiten moderner Therapiemethoden aufzeige.
1999
SPORTPFERDE IN WESTFALEN
Und schließlich wurden ein Kollege und ich 1999 mit einem Ehrenpreis des Deutschen Reiter- und Fahrerverbandes für eine zwölfteilige Serie ausgezeichnet. Darin ging es um „Sportpferde in der Westfalen“. Wir berichteten über herausragende Züchter in der Region.
Vergangene Events
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